Beteiligungsprozess zur Umgestaltung des Ernst-Thälmann-Hains im Mariannenpark gestartet: Das Team von KoopLab wirkt mit!

Es tut sich was im Mariannenpark. Der Ernst-Thälmann-Hain, eine Durchwegung und ehemaliger Ehrenhain im nördlichen Abschnitt, soll im Jahr 2020 umgestaltet werden. Dafür hat in den vergangenen Wochen ein Beteiligungsprozess mit verschiedenen Veranstaltungen stattgefunden, für den das Amt für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig, das Team von KoopLab Leipzig und das Stadtteilmanagement Schönefeld zusammenarbeiten. Das Büro LandschaftsArchitektur WEND war bei den verschiedenen Schritten dabei und wurde nun mit den Entwürfen zur Umgestaltung beauftragt.

Was geschah bisher? Um möglichst viele, unterschiedliche Stimmen und Ideen aus dem Stadtteil einzubeziehen, war das Team von KoopLap Leipzig gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement an sechs Terminen vor Ort im Park und kam mit Besucher_innen ins Gespräch. Dabei ging es z.B. um die momentane Wahrnehmung des Ernst-Thälmann-Hains und Ideen für die Umgestaltung, sowie zukünftige Nutzungen. Wir fragten ebenso, ob Kenntnisse zur Vergangenheit des Ernst-Thälmann-Hains vorhanden seien, ob und wie an seine Geschichte erinnert werden soll bzw. über diese informiert und ob er einen neuen Namen bekommen solle. Die Ergebnisse dieser Gespräche wurden festgehalten und zu Beginn der ersten Planungswerkstatt am 16.10.2019 vorgestellt.

Zur Planungswerkstatt waren Vertreter_innen von Vereinen, Initiativen, Ämtern und Organisationen eingeladen, die im und für den Stadtteil Schönefeld aktiv sind. In einem ersten Teil vor Ort im Ernst-Thälmann Hain gaben Brigitta Wend und ihre Kollegin Tina Schubert eine kurze Einführung zur Geschichte und einen Überblick zu den denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen, in denen sich das Beteiligungsverfahren zur Umgestaltung bewegt. Gleichzeitig war genügend Raum für informellen Austausch und Fragen in offener Runde. Dabei wurde u.a. betont, dass auch zunehmend wärmere, trockene Sommer und damit verbundene Herausforderungen für eine angepasste Bepflanzung und deren Pflege konzeptionell mitgedacht werden müssen.

Bei einem zweiten Teil im Rathaus Schönefeld wurden die Diskussionen intensiviert. Die Teilnehmenden sprachen darüber, wie sie den Hain erleben und welche zukünftigen Bedarfe sie mit ihm verbinden. Hilfreich und anschaulich untermalt wurden die Diskussionen durch die großen Pläne, auf denen Eindrücke zur Atmosphäre und konkrete Ideen zur Umgestaltung direkt räumlich verortet werden konnten.

Das Architekturbüro Wend wird auf der Basis der Vor-Ort-Termine und der Ergebnisse der Planungswerkstatt nun eine Entwurf gestalten, der im Frühjahr 2020 in einem Workshop besprochen wird. Dann soll es auch darum gehen, konkrete Veranstaltungen im Ernst-Thälmann-Hain im Jahr 2020 zu besprechen und zu schauen, welche Ideen auf den Mariannenpark als Ganzes übertragen, bzw. ausgedehnt werden könnten.

Das Projekt KoopLab wird auch bei den nächsten Schritten im Prozess mitwirken und ihn aus dem Blickwinkel zu Möglichkeiten und Grenzen kooperativer Freiraumentwicklung begleiten. Eine kritische Besucherin stellte beispielsweise die Legitimation der Teilnehmenden in Frage, die Umgestaltung zu beeinflussen und damit in gewisser Weise auch über die Folgen für die Parknutzer_innen zu entscheiden. Während die Vor-Ort-Termine allen Interessierten offen standen und auch viele Parknutzer_innen unerwartet erreicht werden konnten, richtete die Planungswerkstatt sich in erster Linie an Vertreter_innen von Vereinen oder Einrichtungen im Stadtteil. Die Frage, wie sich möglichst viele und unterschiedliche Bewohner_innen bei der Beteiligung einbeziehen lassen und wie man insbesondere auch diejenigen ins Boot holt, welche sich bislang weniger oder gar nicht beteiligen, ist ein Thema, das immer wieder auftaucht und kontrovers diskutiert wird. Damit wird sich KoopLab auch weiterhin beschäftigen.

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