Dortmund

Die Dortmunder Nordstadt entstand im 19. Jahrhundert nördlich des Hauptbahnhofs. Schon damals ein Wohnstandort zugewanderter Arbeitskräfte, ist sie mit rund 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auch heute noch traditioneller Ankunftsstadtteil. Jeder dritte Neu-Dortmunder findet hier seine erste Wohnung. Die Wohnbevölkerung tauscht sich (statistisch betrachtet) aufgrund großer Fluktuation etwa alle fünf Jahre aus.

Die sozioökonomischen Daten der drei Quartiere Hafen, Nordmarkt und Borsigplatz deuten auf die besonderen Herausforderungen im Stadtteil hin: Die Arbeitslosenquote ist seit Jahren stets etwa doppelt so hoch wie im gesamtstädtischen Durchschnitt (ca. 24% gegenüber 12%). Rund ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner bezieht Leistungen nach SGB II. Die überwiegende Mehrheit (75,2%) der Menschen hat eine Zuwanderungsgeschichte. Zugleich ist die kinderreiche Nordstadt der jüngste Dortmunder Stadtbezirk.

Durch die dichte Bebauung haben Grün- und Freiflächen eine wichtige Kompensationsfunktion. Die stadtweit geringste Wohnfläche pro Kopf, kleinteilige Hofsituationen ohne Aufenthaltsqualität und Wohnungsbestände ohne Gärten und Balkone verstärken den Druck auf den öffentlichen Raum als Ausweichfläche. Hier setzt das Teilprojekt zu Dortmund an: Die gemeinsame Gestaltung von öffentlichen Freiräumen soll nicht nur einen Beitrag zur ökologischen Entwicklung im Stadtteil leisten, sondern darüber hinaus unterschiedliche Gruppen von Bewohnerinnen und Bewohnern zusammenbringen.

Kernakteure des Teilprojektes Dortmund sind das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS), der Planerladen e.V., die Stadt Dortmund/ Koordinierungsstelle Nordwärts und das Büro für Freiraum & Quartiersprojekte sowie die Julius Ewald Schmitt GbR als Partner der Wohnungswirtschaft.

Blücherpark-Mitte

Verortung der Fläche: Blücherpark-Mitte

Bei dem Projektort für das KoopLab Teilprojekt in Dortmund handelt es sich um einen ehemaligen, mittlerweile ungenutzten Spielplatz im Quartier Hafen. Sie ist Bestandteil des Blücherparks, der sich in drei Teile (Süd, Mitte, Nord) gliedert.  Die Fläche liegt im mittleren Teil des Parks, der den südlichen an die City angrenzenden Bereichen des Quartiers mit den im Norden befindlichen Kleingartenanlagen und dem Fredenbaumpark verbindet. Die Bedeutung und Bekanntheit des Projektorts im Quartier ist damit als hoch einzuschätzen.

In der unmittelbaren Nähe des Blücherparks befinden sich diverse Zentren der Freizeitgestaltung, Erholung und Bildung. Hierzu zählen mehrere Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen und weitere Angebote zivilgesellschaftlicher Akteure, aber auch Kultur- und Gastronomieangebote sowie Sport- und Spielplätze. Unterschiedliche Gruppen von Bewohnerinnen und Bewohnern sind im Nahbereich der Fläche anzutreffen, denn die Gegend ist von der hochverdichteten umliegenden Wohnbebauung geprägt. Über Wohnungsbestände verfügen hier ein städtisches und ein genossenschaftliches Wohnungsunternehmen ebenso wie eine Vielzahl kleinerer und größerer Privateigentümer.

Die Fläche im Blücherpark als solche ist durch einen Zaun bzw. eine Hecke klar erkennbar und abgegrenzt. Dennoch ist sie über mehrere Eingänge von allen Seiten barrierefrei zugänglich. Erste Anhaltspunkte dafür, welche Vorhaben am Projektort umgesetzt werden und wie eine zukünftige Nutzung aussehen könnte, soll eine Auftaktveranstaltung mit Beteiligungsformaten Ende September 2018 liefern.

Nordstadt

Ansprechpartner:

ILS - Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung
Zum Team Dortmund

Projektpartner

ILS
Planerladen
Nordwärts
Freiraum + Quartier Projekte
Universität Osnabrück
IMIS - Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien
HELMHOLTZ - Zentrum für Umweltforschung - UFZ
ILS - Institut für Landes- und Entwicklungsforschung gGmbH