Diskussion temporärer Experimentierräume: KoopLab-Beitrag beim tF-Symposium 2021 „Vom Experiment in den Mainstream“

Dortmund/Leipzig, 18.03.2021

 

Wie lassen sich Experimentierräume mit Akteuren so aufbauen, dass es gelingt, Entwicklungsprozesse in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung zu befördern? 

Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen tF-Symposiums zu transformativer Forschung, welches die Hochschule Darmstadt gemeinsam mit der Schader-Stiftung organisierte, und das einen Raum bot, sich über Praxiserfahrungen, Ideen und offen Fragen aus dem Alltagsgeschäft transformativer Forschungsprojekte auszutauschen. In einer von Niko Schäpke (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) moderierten Session gaben die KoopLabTeammitglieder Anika Schmidt, Nils Hans und Annegret Haase einen Einblick in den experimentellen Charakter und die kleinteilige, transformative Wirkung der Reallaborprozesse in Leipzig und Dortmund. Gemeinsam mit den anderen Vortragenden innerhalb der Session, Matthias Wanner (Wuppertal Institut) und Boris Bachmann (Bergische Universität Wuppertal), wurde über die transformative Wirkung urbaner Experimente diskutiert und dabei besonders auch auf deren Einbettung in lokale Governance und transdisziplinäre Kooperationen eingegangen. Diskutiert wurde, inwiefern die unterschiedlichen Ausgangslagen der Fallbeispiele eine Relevanz für die Durchführung der experimentellen Formate darstellten. Es zeigte sich, dass sich urbane Experimente sowohl als Lösungsstrategie konkreter Konflikte als auch zum Umgang mit komplexen Themenfeldern eignen können. Als wichtig dafür wurde die Bereitschaft von Kommunen und Entscheidungsträgern eingeschätzt, sich sowohl an experimentellen Formaten als auch an deren struktureller Verankerung innerhalb der Governance zu beteiligen. 

In den Diskussionen wurde ein besonderer Fokus auf Stolpersteine und Umgangsstrategien mit diesen gelegt. Als besondere Herausforderung in transdisziplinären Forschungsteams wurde betont, dass insbesondere die Kompetenz benötigt wird, gemeinsame Lern- und Experimentierräume im Team zu etablieren und deren Prozesse zu gestalten. Dafür benötigten die Beteiligten Mut sowie die Freiheit und Flexibilität, sich außerhalb etablierter Routinen zu bewegen und diese besondere Art der Zusammenarbeit zu erproben. 

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