Teilhabe

Was heißt Teilhabe?

Wir verstehen „Teilhabe“ als die Möglichkeit an verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzunehmen. Den Begriff verwenden wir als analytisches Konzept, um den Zugang von Menschen zu funktionalen, sozialen und symbolischen Ressourcen zu beschreiben. Dazu gehören z.B. der Zugang von Personen zum Wohnungsmarkt, ihre Einbindung in soziale Netze, wie auch Vereine und Initiativen, sowie ihre Möglichkeiten, eigene Zugehörigkeiten und Identitäten auszudrücken. Der (ungleiche) Zugang zu Ressourcen entscheidet also über gesellschaftliche Teilhabe und Zugehörigkeit, und kann zugleich Ausdruck von Ausgrenzung sein.

 

Teilhabe vs. Integration

Während der Begriff Integration häufig verengt nur mit Blick auf Migration diskutiert wird, schließt der Begriff der Teilhabe alle gesellschaftlichen Gruppen ein. Im Projekt KoopLab bevorzugen wir den Begriff der Teilhabe, da er im Gegensatz zum Konzept der Integration weniger stark normativ aufgeladen ist.

 

Teilhabe als Ziel von KoopLab

Die Teilhabe von Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft an Aushandlungsprozessen zur kooperativen Freiraumgestaltung ist eine zentrale Zielsetzung des Forschungsprojekts. Die gemeinschaftliche Entwicklung von Freiräumen auf Augenhöhe soll die Bewohnerinnen und Bewohner von Ankunftsquartieren ermächtigen (im Sinne von „Empowerment“), ihre Interessen zu artikulieren und mehr Einfluss auf ihr Wohnumfeld zu nehmen. Mit dem Ansatz der Reallabore werden unterschiedliche Akteure und Interessen in den Gestaltungsprozess vor Ort einbezogen.

 

Zum Weiterlesen:

Bartelheimer, Peter (2009): Politik der Teilhabe. Ein soziologischer Beipackzettel. Friedrich Ebert Stiftung, Arbeitspapier 1/2007. Online unter: http://library.fes.de/pdf-files/do/04655.pdf (letzter Zugriff: 13.06.2018).

Das Arbeitspapier nähert sich dem Begriff der Teilhabe, indem seine Entstehungsgeschichte erläutert, der Aufstieg zu einem Leitkonzept der wissenschaftlichen und politischen Diskussion über Inklusions- und Exklusionsprozesse nachvollzogen sowie vier zentrale Teilhabeformen beschrieben werden. Im zweiten Teil des Beitrags werden die zuvor diskutierten konzeptionellen Ansätze exemplarisch für den Bereich der Arbeitsmarktpolitik besprochen.

Universität Osnabrück
IMIS - Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien
HELMHOLTZ - Zentrum für Umweltforschung - UFZ
ILS - Institut für Landes- und Entwicklungsforschung gGmbH