Viel bewegt im Blücherpark: Das Projekt KoopLab blickt zurück und schaut voraus

Dortmund, 18.12.2019

Das Projekt KoopLab blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2019 zurück. Gemeinsam mit Bewohner_innen wurden regelmäßig vielfältige Aktivitäten auf der Projektfläche im Blücherpark organisiert, die Personen verschiedener Bevölkerungsgruppen zusammengebracht haben und so einen Beitrag zur Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts leisten konnten. Bereits im März wurden die ersten Sonnenstrahlen genutzt, um den ehemaligen Spielplatz fit für den Frühling zu machen.

 

Am 14.04.2019 wurde ein gemeinsames Frühlingsfest gefeiert. So konnte mit einem gelungenen Start die warme Jahreszeit eingeläutet werden. Es kamen wieder viele Menschen aus dem Quartier auf der Fläche im Blücherpark zusammen, um sich in das vielfältige Programm einzubringen. Die Upcycling-Werkstatt „EINZIGWARE“ der Caritas präsentierte ihre Arbeit und bot Workshops zum Mitmachen an, in denen frühlingshafte Oster-Dekorationen ebenso wie Alltagshelfer, wie etwa Körbe und Taschen, selbst gebastelt werden konnten. Um Körper und Seele nach der dunklen Jahreszeit wieder in Einklang zu bringen, bot die Dortmunder Falun-Gong-Gruppe meditative Bewegungsübungen an. Anschließend wurde beim Gesangs-Workshop gemeinsam musiziert. Auch kulinarisch fehlte es an nichts: Von Bewohner_innen mitgebrachte Speisen und Getränke sorgten für Stärkung und gute Gespräche.

 

Am 26.06.2019 fand der Tauschabend „Swap it“ statt, der normalerweise im „Rekorder“ Zuhause ist. Bei 37°C Außentemperatur verlief dieses Mal ein klein wenig anders: Im Blücherpark wurden Tische aufgebaut und die Musik aufgedreht. Neben Kleidung und Gebrauchsgegenständen wurden auch Dienstleistungen und Immaterielles getauscht. Mithilfe von Schildern konnten sich die Besucher_innen gegenseitig zeigen, welche Fähigkeiten sie mitbringen, darüber ins Gespräch kommen und bei Interesse ihre Kontaktdaten wechseln. Hier zeigte sich abermals: KoopLab ist mehr als die Gestaltung einer Fläche. Vielmehr soll das Projekt den Austausch befördern und Menschen sollen Teil des Projekts werden, um eigene Ideen gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. Dabei erhalten sie durch das Projektteam professionelle Unterstützung.

 

So auch beim Basteltag im Juli: Generationenübergreifend und vor allem bunt ging es am 01.07.2019 auf der Projektfläche zu. In Kooperation mit den Projekten „EINZIGWARE“ und „Mit dem Blick nach vorn“ der Dortmunder Caritas wurde bei bestem Sommerwetter an mehreren Tischen gefaltet, gebunden und gemalt. Aus „Puzzleteilen“, die einzeln bemalt und anschließend an den Hochbeeten befestigt wurden, ergab sich ein großes, buntes Bild. Gemeinsam wurde so eine weitere sichtbare Gestaltung und Aufwertung der Fläche geschaffen, bei der alle mit anpacken konnten. Mithilfe einer chinesischen Falttechnik konnten außerdem kleine, dekorative Blumen aus Papier hergestellt werden, was bei Vielen für Begeisterung sorgte.

 

Im August war es dann an der Zeit, auf der Fläche ein Nachbarschaftspicknick auszurichten. Am 13.08.2019 kam man auf der Fläche zusammen, um gemeinsam Kuchen zu essen und Tee zu trinken. Aber nicht nur die mitgebrachten Leckereien schmeckten den Besucher_innen an diesem Tag. Auch selbst angebaute Kräuter aus den Hochbeeten konnten mit Quark und Baguette verspeist werden, um zu probieren, welchen Erfolg das gemeinsame Gärtnern haben kann. Ganz nebenbei wurde noch weitere Dekoration für die Beete angefertigt und vor allem die jüngeren Gäste konnten sich wieder bei verschiedenen Spielen austoben.

 

Der Spätsommer hielt ein weiteres echtes Highlight bereit. Am 31.08.2019 beteiligte sich das Projekt am inzwischen legendären Hafenspaziergang und auf der Fläche gab es passend zu den hohen Temperaturen etwas ganz Besonderes: einen mobilen Swimmingpool! Doch hierbei ging es nicht nur um hochsommerlichen Badespaß. In Kooperation mit dem Künstler Richard Opoku-Agyemang stellte das KoopLab-Team die Besucher_innen vor die Aufgabe, mit einer möglichst fremden Person in diesen schaukelnden Pool zu steigen. Dieser Pool der Begegnung versteht sich damit als Kunstinstallation. Nachdem der Pool bereits mehrmals in verschiedenen Ausstellungen zu sehen war, konnte er das Publikum jetzt erstmals im öffentlichen Raum begeistern. Bei strahlendem Sonnenschein war das eine willkommene Erfrischung für Jung und Alt.

 

Auch im Herbst wurde noch einmal ordentlich angepackt. In Zusammenarbeit mit dem Atelier Robert Kaller aus Dortmund wurde am 17.09.2019 eine Beton-Bank auf der Fläche in einen bunten Blickfang verwandelt. Unter professioneller Anleitung wurde die Mosaikbank von Bewohner_innen und einer Schulklasse der Libellengrundschule gestaltet. Dazu waren mehrere Schritte notwendig, bei denen alle mitmachen konnten. Besonderer Beliebtheit erfreute sich das Zerschlagen der Keramikfliesen, um einzelne Stücke zu erhalten, die später neu zu einem Mosaik zusammengesetzt werden können. Gleichzeitig musste Fliesenkleber angemischt und auf die vorher gereinigte Bank aufgetragen werden. Anschließend kam der spannendste Teil: Jeder konnte sein eigenes Fliesenstück anbringen, und dem dadurch entstehenden Mosaikmuster einen ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Bei der Aktion entstand auch ein Filmbeitrag für den YouTube-Kanal der Dortmunder Stadtwerke, abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=svKriNHcN1Q

 

Am 19.11.2019 fand mit der „Herbstzeit“ die letzte Aktion des Jahres auf der Fläche statt, im Rahmen derer die Mosaikbank nach einer Phase der Trocknung und Nachbearbeitung offiziell eingeweiht wurde. Gleichzeitig wurde an diesem Tag noch ein auf Holzplatten angebrachter Schriftzug in den Bäumen aufgehängt, der ebenfalls Schritt für Schritt auf den letzten Veranstaltungen gemeinsam gebastelt wurde. Dieser weist auf die regelmäßig stattfindende Gartenzeit hin. Denn auf der KoopLab-Fläche ist nicht nur etwas los, wenn Veranstaltungen stattfinden: Bei der Gartenzeit treffen sich jeden Montagnachmittag interessierte Bewohner_innen, um die Hochbeete und die Fläche zu pflegen, sich um den Kompost zu kümmern, gemeinsam zu gärtnern und zum nachbarschaftlichen Austausch. Auch hier kann jede_r mitmachen. Die Gartenzeit lädt alle ein, die Zuhause keine Möglichkeit zum Gärtnern haben, oder die dabei gerne auch soziale Kontakte knüpfen und den öffentlichen Raum verschönern möchten.

 

Ausblick für das Jahr 2020

Auch im nächsten Jahr soll es auf der Fläche tatkräftig weitergehen. Die Gartenzeit startet ohne lange Winterpause bereits wieder ab dem 13.01.2020 jeden Montag ab 16.30 Uhr. Zur Unterstützung der Gartenzeit, aber auch um Aktivitäten auf der Fläche grundsätzlich noch einfacher umzusetzen, wird Anfang des Jahres ein Container aufgestellt. Dieser bietet unter anderem die Möglichkeit, Materialien aller Art direkt auf der Fläche lagern zu können. Das Angebot soll prinzipiell allen Menschen des Stadtteils offen stehen. Wer eine Idee hat, wie ein solcher Container kreativ genutzt werden kann, sollte sich bereits jetzt beim KoopLab-Team melden! Grundsätzlich besteht an Ideen jedoch kein Mangel, im Gegenteil: Die beiden vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein Füllhorn an Vorschlägen existiert – so viele, dass nicht an allen gearbeitet werden konnte. Welche davon in Zukunft weiter verfolgt werden, soll bald gemeinsam besprochen werden. Wichtig ist dabei, dass die Ideen „Paten“ finden, die aktiv an der Umsetzung mitwirken. Im kommenden Jahr will KoopLab (im übertragenen ebenso wie im konkreten Sinne) dafür offene Räume anbieten, die alle Interessierten nutzen können, um eigene Ideen mit der Unterstützung des Teams umzusetzen.

 

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